Der Fall des Monats - Angewandte komplementäre Tiermedizin

Kalb mit diversen Vorbehandlungen und jetzt Pansentrinken.

Luana ist ein ca. 6 Wochen altes SF-Kalb. Sie trinkt nicht recht.

Der Tierarzt hat Luana schon ca. viermal behandelt wegen Nabel, Lunge und Pansentrinken. Sie ist aber immer noch nicht im Schuss. Es ist immer ein auf und ab. Nach der Behandlung vom Tierarzt geht s Luana ein paar Tage gut.

Sie hustet nach drei Schlucken Milch oder Milchersatz. Luana trinkt knapp zwei Liter pro Mahlzeit, was für ihr Alter viel zu wenig ist. Zudem setzt sie während dem Trinken mehrmals ab und hüstelt. Wenn sie saugt, dann stark. Die Atmung ist normal und die Lunge gemäss Tierarzt in Ordnung. Der Kot ist schwarz und hart, die Temperatur mit 39.1 ok. Die Ohren sind kalt. Sie steht selber auf und läuft einem nach.

Die Beraterin empfiehlt die Mittel Plumbum metallicum, Carbo vegetabilis und Sulfur.


Rückmeldung am Folgetag:

Dem Kalb geht es viel besser. Es kommt selbstständig zum Trinken, steht viel schneller auf und wirkt munter. Luana saugt gut, trinkt zwei Liter, hustet während dem Trinken nicht mehr. Sie setzt aber noch 3x kurz ab (vorher nach dem zweiten Schluck!).

Ein toller Verlauf! Nach dieser Vorgeschichte bereits nach 24 Stunden eine solche Besserung! Die Beraterin empfiehlt, die Mittel gemäss Besprechung vom Vortag, weiterzugeben.


Rückmeldung zwei Monate später:

Das Kalb ist wohlauf – frisst und trinkt gut!


EPIKRISE:

Folgeberatung knapp einen weiteren Monat später:

Luana leidet wieder an ständigen Fieberschüben seit sechs Tagen zwischen 39.7-40.0°C. Das Kalb säuft und frisst normal, auch der Kot ist in Ordnung. Sie brummt aber immer wieder auffällig und ist sehr träge. Vor 10 Tagen war der Tierarzt vor Ort, Luana hatte eine Lungenentzündung und er äusserte den Verdacht, dass das Kalb ev. ein Magengeschwür hat.

Die Beraterin empfiehlt, nochmals das Mittel Plumbum zu wiederholen. Für das eventuell vorhandene Labmagengeschwür ist die Prognose nicht gut.


Rückmeldung vier Tage später:

Die Temperatur ist wieder normal, aber sie ist immer noch sehr träge. Sie hat aus einem Kessel vier Liter Wasser aufs Mal getrunken.

Die Beraterin empfieht übers Wochenende China zu geben. Anfang nächste Woche ev. noch mit einer Nosode zu versuchen, für das muss der Allgemeinzustand von Luana aber etwas stabiler sein.

Folgeberatung drei Tag später:

Luana geht es besser. Aber die Körpertemperatur ist mit 39.4-39.6°C weiter leicht erhöht.

Die Beraterin empfiehlt am Folgetag die Nosode Tuberkulinum aviare zu geben.


Rückmeldung zwei Tage später:

Luana geht es nicht gut. Sie steht kaum mehr auf und scheint Schmerzen zu haben. Sie hat zudem Wassereinlagerungen in den Gelenken (stark geschwollen).

Es sieht nicht gut aus. Falls ein Magengeschwür durchgebrochen ist, ist Luana nicht mehr zu helfen. Die Beraterin empfiehlt den Tierarzt nochmals zu rufen für eine Beurteilung vor Ort und Luana gegebenfalls zu erlösen. Zur Erleichterung, bis der Tierarzt eintrifft, soll er Carbo-veg und Apis geben.


Später:

Luana wird von ihren Leiden erlöst.


Bemerkungen zum Fall:

Wenn ein Fall, nach so vielen schulmedizinischen Vorbehandlungen über eine längere Zeit, nach ein paar Globuli innerhalb von 24 Stunden eine so schöne Verbesserung zeigt, ist dies für den Landwirt und für uns Fachpersonen eine Freude. Das homöopathische Mittel hat offensichtlich etwas in Bewegung gebracht und konnte dem Kalb die Lebensqualität eine Zeit lang verbessern.

Trotz dieser anfänglich so erfreulichen Verbesserung kehren die Probleme ein paar Wochen später zurück. Die Lebenskraft war zu wenig stark oder konnte durch eine zu starke Vorbelastung nicht wieder ins Lot gebracht werden. Luana ist leider ein Kalb, bei dem von Anfang an vieles schieflief und die Lebenskraft von Anfang an stark belastet war. Ob ein angeborenes Problem vorhanden war, bleibt ungewiss. Trotz Ausschöpfen vieler Optionen musste das Tier leider schlussendlich erlöst werden.



 






Vorschau - November 2021:

Milchkuh Gladiola mit einer Gebärmutterentzündung



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