Fall des Monats - November 2020

Simmentaler-Kalb Orson mit Durchfall und Lungenproblemen


Orson ist ein Zwillingskalb, das Geschwister wurde tot geboren. Er hat zum wiederholten Male Durchfall. Angefangen hat es vor drei Wochen. Orson wurde an seinem dritten Lebenstag vom Hoftierarzt mit Infusion und per Sonde behandelt. Er hat sich danach recht gut erholt.

Vor zwei Tagen bekam er Fieber und atmete verstärkt. Orson bekam vom Hoftierarzt Antibiotika verabreicht. Er hatte am Vortag und jetzt aber trotz der Behandlung 40°C Fieber, der Allgemeinzustand ist reduziert. Der Kot ist seit gestern breiig und gräulich.

 

Die Beraterin empfiehlt das Mittel Sulphur. Zusätzlich soll die Milch mit Joghurt angereichert werden und Kohle oder Eichenrinde gegeben werden. Sie weist zudem auf den Tränkeplan (Link) hin.

 

 

Rückmeldung am nächsten Tag:

Orson ist lebhafter und hungriger. Der Mist ist gelblicher, noch zu dünn, aber besser als gestern. Die Temperatur ist leicht gesunken auf 39.6°C.

 

Der Verlauf ist gut. Es soll abgewartet werden, das Mittel Sulphur wirken lassen, meint die Beraterin. Denr Tränkeplan weiterhin einhalten, kleine Mengen tränken und oft über den Tag verteilt. Die Besitzerin solle sich in ein paar Tagen wieder melden oder sofort, falls der Zustand stagniert oder sich verschlechtert.


3. Anruf am selben Tag:

Orson will nichts mehr trinken, er dreht den Kopf weg und saugt auch nicht am Finger. Am Morgen hat er so gut getrunken, jetzt will er nichts mehr. Weder Milch mit noch ohne Joghurt.

Der Kot ist eher wieder dünner, weniger gräulich aber noch zu hell.

 

Die Beraterin empfiehlt die Mittel Calcium carbonicum und China.

Rückmeldung zwei Tage später:

Nach dem letzten Telefonat wurde Orson per Sonde Elektrolyt verabreicht, er hat selber an diesem Abend nichts mehr getrunken. Am nächsten Morgen war sein Zustand dann viel besser. Er ist jetzt lebhafter und trinkt gut.

Der Mist ist farblich und von der Konsistenz her besser. Die Körpertemperatur mit 39.1°C wieder im Normalbereich.

 

Vorerst soll abgewartet werden, bei Bedarf das Mittel Calcium carbonicum nochmals wiederholt werden.

 

Bemerkungen zum Fall:

Bei so jungen und schulmedizinisch vorbehandelten Kälbern ist es wichtig, nebst homöopathischen Mitteln auch daran zu denken, die Darmflora mit Joghurt, EM oder ähnlichen Produkten aufzubauen. Auch ist es wichtig, dass solche Kälber alle 2-3 Stunden kleine Portionen Milch in Abwechslung mit Elektrolyt bekommen (Tränkeplan). Das wichtigste bei diesen Durchfall-Patienten ist der Flüssigkeitsersatz.

 

Wir versuchen bei unseren Beratungen nebst der Homöopathie immer auch noch auf diese wichtigen Begleitmassnahmen hinzuweisen, um damit die Chancen auf eine Heilung zu erhöhen.

 






Vorschau - Dezember 2020:

Ein Schaf mit Mastitis und Sepsis



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