Fall des Monats - Mai 2021

Eine Muttersau mit einer Verstopfung


Die Muttersau hat vor ca. zwei Wochen geferkelt, 15 gesunde Ferkelchen.

Seit drei Tagen frisst sie nichts mehr. Sie ist verstopft, es sind keine Exkremente zu sehen in ihrer Boxe.

Der Allgemeinzustand der Muttersau ist reduziert. Sie hat mit 38.5°C aber kein Fieber. Sie frisst absolut überhaupt nichts, trinkt aber viel. Sie läuft normal rum, ist aber nicht nervös. Sie schlägt sich auch nicht gegen den Bauch. Sie ist ruhiger als sonst und liegt mehr als üblich. Die Körperoberfläche ist wärmer.

Den Ferkeln geht es gut, trotz allem hat die Muttersau noch genug Milch für die Kleinen. Das Gesäuge ist unauffällig.

Die Beraterin empfiehlt das Mittel Bryonia.

 

Kurzberatung am Folgetag

Die Muttersau hat heute Morgen ganz wenig gefressen. Aber noch immer keinen Kot abgesetzt. Sie trinkt oft und viel. Die Temperatur ist jetzt mit 38.8°C leicht erhöht. Der Besitzer hat das Gefühlt, dass die Haut z.T. rötlich wird.

Die Beraterin empfiehlt Lachesis zu geben, die Muttersau und insbesondere die Haut gut zu beobachten und bis am Abend entscheiden, ob eine Verbesserung da ist oder ob der Tierarzt gerufen werden muss.


Rückmeldung am Folgetag

Die Muttersau hat gestern Abend ein wenig Mehl gefressen und Apfelsaft getrunken. Der Tierarzt wurde nicht gerufen, die Hautfarbe hat sich normalisiert.

Heute Morgen hat sie 400gr gefressen und einen Liter Saft getrunken.

Die Körpertemperatur ist wieder normal. Exkremente sind immer noch keine zu sehen. Den Ferkeln geht es immer noch gut, sie sind fit und munter und scheinen genug Milch zu bekommen.

Die Beraterin empfiehlt mit Lachesis weiterzumachen.

Folgeberatung zwei Tage später

Die Sau hat angefangen zu fressen, aber immer noch wenig. Seit einer Woche hat sie aber keinen Kot abgesetzt. Schweine fressen in der Regel ihren Kot nicht, daher ist dies eher unwahrscheinlich.

Die Beraterin empfiehlt Opium zu geben.


Rückmeldung am Folgetag frühmorgens

Schon gestern Abend hat die Sau Kot abgesetzt. Wenig und steinhart. Auch heute Morgen war Kot in der Boxe, hart und dunkel. Sieht ein wenig aus wie Pferdekot.

Endlich! Weitermachen mit Opium!

 

Rückmeldung zwei Tage später

Der Muttersau geht es deutlich besser. Sie kommt selber zum Futtertrog und frisst, der Kot ist wieder fast normal.

 

Bemerkungen zum Fall:

Eher selten werden wir wegen Schweinen angerufen. Oft sind Fälle mit Tierarten, welche wir selten behandeln, auch für uns Fachpersonen eine Herausforderung.  Aber eine spannende Aufgabe zugleich! Zum Glück haben wir ein grosses Beraterteam mit Spezialisten je nach Tierart. Wir können jederzeit untereinander um Rat fragen und uns so gleich selber weiterbilden. Mit dem Ziel euch Kunden die bestmögliche Beratung bieten zu können zum Wohle der Nutztiere. Oder nicht selten auch der anderen Hofmitbewohner wie Hund, Katze oder Hase!

 

 

 






Vorschau - Juni 2021:

Mutterkuh Zilla mit rissigen Zitzen



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